Antiparasitäre Arzneimittel
Nemason Pulver zur oralen Lösung
Beipackzettel herunterladenNEMASON Pulver zur Herstellung einer oralen Lösung ist ein weißes, homogenes Pulver und enthält in 1 Gramm 150 mg Levamisolhydrochlorid.
PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
Levamisol; ist ein vom Imidazothiazol abgeleitetes Anthelminthikum und wirkt, indem es die Parasiten lähmt. In wirksamen Dosen oder Konzentrationen bindet es in den autonomen Ganglien der Parasiten an die Acetylcholinrezeptoren und erzeugt dadurch depolarisationsbedingte Reize. Die nach den Reizen auftretende Lähmung ist eigentlich ein Erschöpfungszustand, der sich infolge der ständigen Reizung von Muskeln und Ganglien entwickelt (spastische Lähmung). Levamisol kann bei Parasiten außerdem den Energiestoffwechsel stören, indem es auch die Aktivität der Fumarat-Reduktase hemmt, doch diese Wirkungsweise hat bei Parasiten geringe Bedeutung. Levamisol; besitzt eine anthelminthische Wirkung sowohl gegen die adulten als auch gegen die larvalen Formen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien der invasionsverursachenden Magen-, Darm- und Lungenhaarwürmer sowie der Askariden.
Nach oraler Gabe wird es rasch aus dem Verdauungstrakt resorbiert und verteilt sich auf alle Körperregionen. Innerhalb von 1-2 Stunden erreicht die Blutkonzentration ihren höchsten Spiegel. Bei Rindern beträgt die Plasmahalbwertszeit 4-6 Stunden. %40’ des verabreichten Arzneimittels wird im ersten 12-stündigen Zeitraum hauptsächlich mit Kot und Harn ausgeschieden, die Ausscheidung setzt sich über 8 Tage fort.
ANWENDUNGSGEBIET und INDIKATIONEN
NEMASON Pulver zur Herstellung einer oralen Lösung ist ein Präparat mit anthelminthischer Wirksamkeit und breitem Wirkungsspektrum. Es wird bei Rindern, Schafen und Geflügel zur Bekämpfung und Kontrolle von inneren Parasiten eingesetzt. NEMASON Pulver zur Herstellung einer oralen Lösung wird erfolgreich bei der Bekämpfung der folgenden Parasiten eingesetzt:
Bei Rindern und Schafen: Es zeigt eine anthelminthische Wirkung bei der Behandlung und Kontrolle der Labmagen-Helminthen Haemonchus sp., Ostertagia sp.; der Dünndarm-Helminthen Cooperia sp., Trichostrongylus., Bunostomum sp.; der Dickdarm-Helminthen Oesophagostomum sp., Chabertia sp.; sowie der Lungenhaarwürmer, bei Rindern Dictyocaulus viviparus, bei Schafen Dictyocaulus filaria.
Bei Geflügel (Darmnematoden): Es zeigt eine anthelminthische Wirkung bei der Behandlung und Kontrolle der Arten Ascaridia galli, Heterakis gallinae sowie Capillaria sp.
ART DER ANWENDUNG UND DOSIERUNG
Sofern vom Tierarzt nicht anders empfohlen;
Bei Rindern und Schafen: Pharmakologische Dosis: 7,5 mg/kg Körpergewicht/Tag. Praktische Dosis: 1 g/20 kg Körpergewicht/Tag.
Bei Geflügel: Pharmakologische Dosis: 18-36 mg/kg Körpergewicht/Tag. Praktische Dosis: 20 g/100 kg Körpergewicht/Tag. Wird dem Trinkwasser zugesetzt verabreicht.
BESONDERE KLINISCHE ANGABEN UND BESONDERE WARNHINWEISE FÜR DIE ZIELTIERARTEN
Es wird empfohlen, es gegen die Haarwürmer insbesondere vorbeugend zu Beginn des Frühjahrs und des Herbstes zu verabreichen. Es wird empfohlen, die Arzneimittelanwendung unmittelbar nach dem Nachweis des Parasiten durchzuführen und sie nach 1-1.5 Monaten zu wiederholen.
Bei der Anwendung von Antiparasitika sollte die Arzneimitteldosis insbesondere zur Verringerung der Resistenzbildung auf Basis des Körpergewichts korrekt berechnet werden. Es darf nicht vergessen werden, dass insbesondere eine unzureichende Dosierung und ein häufiger Arzneimittelgebrauch das Auftreten resistenter Fälle bei den Parasiten ermöglichen.
Anwendung während der Trächtigkeit: Bei den empfohlenen Anwendungsweisen ist es bei trächtigen Tieren sicher. Bei der Anwendung bei hochträchtigen Tieren sollte jedoch übermäßiger Stress vermieden und auf ihre Ernährung geachtet werden.
UNERWÜNSCHTE WIRKUNGEN
Bei Anwendung in den Behandlungsdosen hat es keine nennenswerte Nebenwirkung. Nebenwirkungen wie leichte Atemnot, Hypotonie und Harndrang sind vorübergehend und verschwinden innerhalb von ein bis zwei Stunden von selbst.
WECHSELWIRKUNGEN
Da Levamisol nikotinartige Wirkungen zeigt, sollte seine gleichzeitige Anwendung mit Tetrahydropyrimidinen (Pyrantel, Morantel, Oxantel) und organischen Phosphorverbindungen vermieden werden. 14 Tage vor und nach Behandlungen mit Levamisol dürfen keine organische Phosphor-Insektizide enthaltenden Verbindungen verwendet werden.
ÜBERDOSIERUNG
Das Arzneimittel ist bei Rindern und Schafen in den empfohlenen Dosen sicher. Werden jedoch die empfohlenen Dosen überschritten, beginnen bei den behandelten Tieren Vergiftungserscheinungen innerhalb kurzer Zeit von 5-15 Minuten nach der Anwendung und erreichen nach 30 Minuten ihren Höhepunkt. Die wichtigsten bei den betroffenen Tieren auftretenden Erscheinungen, die einer Vergiftung mit organischen Phosphorverbindungen ähneln, sind Übelkeit, Erbrechen, Muskelzittern, Krämpfe, Schläfrigkeit, Atembeschwerden, Kollaps, Pupillenverengung, verlangsamte Herzfrequenz und Tod infolge von Ateminsuffizienz. Zur Behandlung werden eine Flüssigkeitstherapie und eine symptomatische Behandlung angewandt.
WARNHINWEISE ZU ARZNEIMITTELRÜCKSTÄNDEN IN LEBENSMITTELN
Wartezeit zur Rückstandsausscheidung (i.k.a.s.); während der Behandlungsdauer und nach der letzten Arzneimittelanwendung dürfen Rinder vor Ablauf von 14 Tagen, Schafe vor Ablauf von 21 Tagen und Geflügel vor Ablauf von 7 Tagen nicht zur Schlachtung verbracht werden. Bei Milchkühen und -schafen, deren Milch von Menschen verzehrt wird, darf es nicht angewendet werden. Ebenso wird es bei Legehennen und anderem Geflügel, deren Eier dem menschlichen Verzehr zugeführt werden, nicht angewendet.
GEGENANZEIGEN
Die Anwendung von Levamisol zusammen mit organischen Phosphorverbindungen ist kontraindiziert. Aus diesem Grund dürfen 14 Tage vor und 14 Tage nach der Anwendung von NEMASON keine organischen Phosphorverbindungen verwendet werden. Bei Leber- und Niereninsuffizienz darf es nicht angewendet werden.
VOM ANWENDER ZU TREFFENDE VORSICHTSMASSNAHMEN
Während der Anwendung sollten Handschuhe getragen und nach der Anwendung die Hände gründlich gewaschen werden. Bei einer geringen Zahl von Personen, die das Arzneimittel anwenden, kann eine Überempfindlichkeitsreaktion beobachtet werden. Es darf nicht mit Haut und Augen in Berührung gebracht werden; bei Berührung ist mit reichlich Wasser zu spülen. Während der Anwendung darf nicht gegessen, getrunken und nicht geraucht werden.
WARNHINWEISE ZUR ENTSORGUNG NACH GEBRAUCH UND FÜR NICHT-ZIELTIERARTEN
Da es bei Pferden in einer Dosis von 20 mg/kg Körpergewicht zum Tod führen kann, darf es bei diesen Tieren nicht angewendet werden oder es ist Vorsicht geboten. Aufgrund von Rassen- und Herdenempfindlichkeit können bei Ziegen Vergiftungen und Tod auftreten. Bei Katzen und Hunden ist es in einer Weise giftig, die zum Tod führen kann.
ALLGEMEINE WARNHINWEISE
‘Vor der Anwendung und beim Auftreten einer unerwarteten Wirkung den Tierarzt konsultieren.’ ‘Außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.’
LAGERUNGSBEDINGUNGEN UND HALTBARKEIT
In der Originalverpackung, bei Raumtemperatur und vor Licht geschützt aufbewahren. Die Haltbarkeit beträgt zwei Jahre.
HANDELSFORM
Wird in weißen Plastikflaschen zu 20 g’ in einer Schachtel sowie in weißen Plastikdosen zu 100 g, 500 g, 1 kg und 2.5 kg’ ohne Schachtel in den Verkauf gebracht.
VERKAUFSORT UND -BEDINGUNGEN
Wird auf tierärztliche Verschreibung in tierärztlichen Praxen und in Apotheken verkauft. (VHR)